Graf, Maren Autorenbild1Als waschechtes Nordlicht bin ich 1984 in Schleswig geboren. Mit Wind im Haar, einer salzigen Brise in der Nase und dem Möwengeschrei im Ohr verbrachte ich meine Kindheit in und um Kiel. Meine Liebe zur Stadt und die Verbundenheit zu Land und Leute ist mir bis heute geblieben und wann immer ich ein breites „Moin“ höre, fühle ich mich zu Hause.

Dennoch – das Leben führte mich an andere Orte. Zunächst nach Göttingen, wo ich die herzzerreißenden und durchaus amüsanten Tage meiner Teenagezeit erlebte. Und schließlich nach Paderborn, wo ich mit meinem Mann und meinen Söhnen mittlerweile eine neue Heimat gefunden habe.

Nach dem Studium der Germanistik und Philosophie bekam ich 2012 eine Stelle an einem Gymnasium. Dort unterrichte ich seitdem sehr gerne und genieße es, mit meinen Schülern über die Dinge des Lebens zu „philosophieren“ und versuche, sie mit dem Spaß am Schreiben und Lesen anzustecken. Vielleicht hat in einigen Jahren der ein oder andere von ihnen auch Freude daran, spannende Plots und Figuren zu entwickeln, die Atmosphäre einer Szenerie mit nur wenigen Worten einzufangen und mit dem Ausdruck eines Satzes zu jonglieren. Für mich jedenfalls beginnt genau hier die Faszination des Schreibens.

Ich schreibe gern. Ich schreibe viel. Und wann immer ich im alltäglichen Gemenge Zeit finde, genieße ich es, mich mit meinem Laptop oder einem Blatt Papier zurückzuziehen und meine Leidenschaft auszuleben.

 

Im Gespräch mit der Autorin Maren Graf:

Wie bist du Autorin geworden?

Leider kann ich nur die wohlbekannte Geschichte eines Mädchens erzählen, das schon immer gern geschrieben hat. Deutsch war seit der Grundschulzeit mein Lieblingsfach und auch wenn meine erste Lehrerin die Geschichte über ein tanzendes Lama mit einem „am Thema vorbei“ quittierte und ich im Leistungskurs sogar mal eine vier kassierte, ließ ich mich nicht davon abhalten, einfach weiter zu schreiben. Wann immer mir danach war.
Die erste Geschichte war in der 4. Klasse fertig, der erste Roman folgte mit 14. Er wurde nie veröffentlicht – zum Glück für alle potentiellen Leser, die ihn aus Versehen gekauft hätten. Der erste „richtige“ Meilenstein ist für mich das Erscheinen meines Kriminalromans Todschreiber.

Woher nimmst du die Ideen zum Schreiben deiner Geschichten?

Ganz ehrlich? – Keine Ahnung. Ich weiß es nicht. Sie sind einfach da. Mal unter der Dusche, mal beim Spazieren gehen. Oftmals ist es so, dass ich einfach Dinge, Menschen und Situationen beobachte, die geradezu danach schreien, in einer Geschichte aufzutauchen.

Wo schreibst du am liebsten?

Ich erinnere mich an einen Sommerabend, als mein Sohn gerade geboren war. Ich saß draußen im Kieler Café Louf und schrieb an einem Kapitel. Vor mir der Laptop und ein Glas Wein, neben mir mein schlafender Sohn im Kinderwagen und im Hintergrund das Wasser und der dämmrige Himmel. Das war ein perfekter Schreibmoment.

Warum schreibst du Krimis?

Wenn ich das wüsste … Eigentlich bin ich ein ziemlicher Angsthase. Ich kann nicht einmal abends allein zu Hause bleiben, ohne überall das Licht und den Fernseher anzumachen und in alle Schränke zu gucken. Warum ich dann auch noch über dunkle Keller, lauernde Mörder und gruselige Geschehnisse schreibe, ist mir ein Rätsel. Vielleicht eine Art Selbsttherapie? Ich warte allerdings noch auf die Ergebnisse der Langzeitstudie.